www.hannover-gospel.de  zuletzt aktualisiert 22.11.2011

Hannover - Wissenswertes über meine Stadt

Hinweis: Da ich aus Urheberrechtsgründen lieber eigene Fotos hier einstellen möchte, wird es noch ein wenig dauern, bis Ihr hier überall Fotos findet. Schaut einfach einmal ab und an nach...  

->-> Aktuell ergänzt: Der Link zu den Betriebszeiten des Kuppelaufzuges wurde aktualisiert <-<-

Neues Rathaus? - Altes Rathaus? Die grüne Stadt
Der "Schrägfahrstuhl" im Neuen Rathaus Die rote Stadt
Das Luderziehen am Alten Rathaus Die Hannoveraner
Arbeitsbeschaffungsmassnahme Maschsee "hannoversch" oder *brrrschüttel* "hannoveranisch"???
Mittelalterlicher Modellbau Marktkirche Hochdeutsch - oder glaubt Ihr wirklich noch an Märchen...
Martin Luther und der Teufel Der Kessel Gold am Ende des Regenbogens
"Kunst im Straßenraum" oder "Ist das bei Euch etwa nicht so?" Der musikalische Kanaldeckel
Die doppelten Eishockeyclubs - oder "Hannover ist Indianerland!"

Neues Rathaus? - Altes Rathaus?

Hannover gehört zu den wenigen Städten, die sich ein neues und ein altes Rathaus leisten. Dabei sieht unser neues Rathaus so sehr... sagen wir... historisch aus, dass es leider sogar hier im Internet regelmäßig als das alte Rathaus benannt wird. Fertiggestellt wurde das neue Rathaus 1913, das alte Rathaus stammt (in Teilen) bereits aus dem Jahr 1410.

Hannover Neues Rathaus Hannover Altes Rathaus
Neues Rathaus von Hannover
am Maschteich
Altes Rathaus von Hannover
(mit der Marktkirche im Hintergrund)


Der "Schrägfahrstuhl" im Neuen Rathaus

Der Turm des Neuen Rathaus Hannover ist begehbar. Um die rund 90 Höhenmeter zurückzulegen, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann laufen oder den Fahrstuhl benutzen. Was so banal klingt, ist bei technischer Betrachtung eine Meisterleistung. Diese wurde beim Neubau des Rathauses
(Fertigstellung 1913) bereits schon einmal erbracht. 

Das Problem für eine Platzierung des Fahrstuhls in der Mitte des Turms besteht darin, dass sich der Turm mitten auf der Kuppel der großen Rathaushalle mit ihrer beeindruckenden Freitreppe befindet. Der Fahrstuhl würde also mitten durch die Halle führen.

Alle Welt (wir Hannoveraner auch) spricht dabei vom "einzigen" Schrägfahrstuhl der Welt.  

Nun, das Einzigartige daran ist, dass er mitnichten nur schräg fährt.  Das tun viele andere Fahrstühle - u.a. anderem in den Bergen - auch. Aber "unser" Fahrstuhl folgt neben seiner Neigung eben auch noch 
dem Verlauf der Kuppeldecke . Er fährt also einen Bogen. Wenn man einsteigt, dann stellt der Fußboden der Fahrstuhlkabine eine starke Steigung dar. Wenn man oben angekommen ist, ist der Fußboden der Kabine nahezu waagerecht bzw. sogar abschüssig.
Eine wunderschöne Zeichnung des (alten) Fahrstuhls findet Ihr - wie sollte es anders sein, seit kurzem bei Wikipedia.

Die Turmbesichtigung im  Neuen Rathaus ist ein (Geheim-) Tipp für jeden Besucher, der sich die Sehenwürdigkeiten Hannovers ansehen will.  Abgesehen von dem eigentümlichen Gefühl während der Fahrstuhlfahrt, ist der Blick vom Rathausturm, der rundum begehbar ist und noch mehrere Etagen hat, einfach sensationell.
Bei normaler Sicht kann man recht gut den Deister sehen, aber bei guter Sicht kann man von dort aus sogar den Harz und das Steinhuder Meer sehen. Außerdem kann man von dort oben wunderbar erkennen, wie grün unsere Stadt ist. Ist ja auch ganz klar, es ist die schönste Stadt der Welt ;-)

Die Turmbesichtigung kostet nicht viel. In 2006 waren es jedenfalls bloß 2,50 Euro pro Person und in 2008 hat sich das auch nicht geändert. Incl. Fahrstuhl.

Trotz neuem Fahrstuhl.

Denn das hohe Alter des Fahrstuhls (Inbetriebnahme 19123) hatte sich langsam in der Substanz bemerkbar gemacht. Teilweise lief er auf Holzschienen und es rumpelte doch gehörig, wenn man damit fuhr. Das Rumpeln werden wir zwar sicherlich auch vermissen. Aber der Fahrstuhl fiel immer häufiger aus, so dass wohl jeder den Austausch begrüßt. Und so trat der alte Fahrstuhl am
04.11.2007 seine endgültig letzte öffentliche Fahrt an. Ende des Jahres 2007  wurde er dann demontiert und wohl dem Historischen Museum in Hannover übergeben. Am 27.04.2008 wurde der neue Fahrstuhl in Betrieb genommen.

Das in Reinbeck bei Hamburg gelegene Maschinenbauunternehmen "Lutz Aufzüge" hat den neuen Fahrstuhl in die Kuppel gebaut. Dabei war  sicher hilfreich, dass sie von Hartmut Mackensen vom Fördertechnik-Planungsunternehmen "Stangier Consulting" unterstützt wurden, dessen Urgroßvater bereits bei der Planung der Rathauskuppel beteiligt war. Die alte Fahrgastkabine hatte bereits ein Fenster im Dach, aus dem man wunderbar den Verlauf der Fahrt verfolgen konnte. Der neue Fahrstuhl, der etwa eine halbe Million Euro kosten wird, wartet mit deutlich mehr Glas auf, wobei der Fußboden bei Bedarf auf undurchsichtig gestellt werden kann.

Die Stadt Hannover bietet jetzt auch einen Flyer "Der moderne Bogenaufzug im Neuen Rathaus" im .pdf-Format mit den wesentlichen Informationen zum Download an.

Wer sich für eine Fahrstuhlfahrt interessiert, findet aktuelle Informationen über die Betriebszeiten und eine eventuelle Winterpause auf der Homepage der Stadt Hannover.





Das Luderziehen am Alten Rathaus

Das Luderziehen befindet sich an der Nordseite des alten Rathauses über einem Erdgeschoßfenster. Es zeigt zwei Männer, die sich gegenseitig beweisen, wer den stärksten Nacken hat. Währenddessen ziehen die Leute hinter ihnen den Kontrahenten die Hosen herunter. Gerade bei Kindern ist dieses Fresko ganz besonders beliebt.


Luderziehen am Alten Rathaus in Hannover


Mittelalterlicher Modellbau Marktkirche

Das Aussehen der Marktkirche Hannover ist einzigartig. Zumindest, was den Turm betrifft. Als die Kirche im 14. Jahrhundert gebaut wurde, war ein schöner großer Turm geplant. Jedoch stellte sich - welch Überraschung - während des Baus heraus, dass der Neubau teurer wurde, als der Rat der Stadt geplant hatte. Als der Bau soweit fertig war und der Turm bereits halb fertiggestellt, ging das Geld vollends aus. Aber so konnte man doch die schöne neue Kirche nicht lassen!

Also machte man aus der Not eine Tugend. Es gab nämlich ein Modell der neuen Marktkirche - damals gab es ja schließlich noch keine 3D-Animationen oder ähnliches und die Menschen rückten zweifelsohne mehr Geld heraus, wenn sie eine konkrete Vorstellung davon hatten, wie die neue Kirche aussah. Tja, und das Modell hatte eine beachtliche Größe. Und der Modellturm hatte eine Höhe von mehreren Metern.
Die Hannoveraner setzten also kurzerhand das Modell des kompletten Kirchturms auf den halbfertigen Kirchturm.

Wer es nicht glaubt, schaue sich bitte einmal den unteren (dicken) Teil des Kirchturms an und vergleiche ihn mit dem unteren Teil des (dünneren) Türmchens oben drauf. Es ist tatsächlich das Modell des Turms...
Hannover Turm der Marktkirche
Turm der Marktkirche



Martin Luther und der Teufel - oder warum es an der Marktkirche so zugig ist

An der Marktkirche gibt es das Phänomen, dass es dort immer zugig ist. Auch wenn Hannover unter drückender Hitze leidet und die Luft in der ganzen Stadt steht, an der Marktkirche weht immer ein Wind. Und für diesen Wind hat die Stadtgeschichte eine verblüffende Erklärung parat:

Die Legende erzählt, dass Martin Luther in Hannover war, als der Teufel ihn in Versuchung bringen wollte. Dieser aber lief vor dem Teufel davon. Wenn der Teufel um eine Ecke der Marktkirche bog, verschwand Martin immer gerade hinter der Nächsten. Nachdem der Teufel Martin ein paar Mal um die Marktkirche gejagt hat, huschte Martin an der Seitentür in die Marktkirche hinein.

Dem Teufel aber entging dieses Manöver und bis heute saust er um die Marktkirche herum und sucht Martin Luther....

Quelle: Diese Geschichte hörte ich als Kind in der zweiten Klasse von meiner Grundschullehrerin Ursula Schirm (die übrigens auch auf das Luderziehen aufmerksam machte). Ich finde, es ist eine schöne Erklärung für dieses verblüffende Phänomen.




Arbeitsbeschaffungsmassnahme Maschsee - aus dem weniger rühmlichen Stadtkapitel...

- Text und Foto folgt -



Die grüne Stadt

Hannovers Stadtwald, die Eilenriede, bedeckt etwa ein Drittel des Stadtgebietes. Somit ist Hannover wahrhaftig nicht nur eine Stadt im Grünen, sondern trotz des traditionell "roten" Rathauses eine grüne Stadt. Dem Vernehmen nach (wer es genau weiß, melde sich bitte bei mir) soll die Eilenriede sogar größer sein als der Central Parc in New York.

Darüber hinaus ist die Leinemasch mit angrenzendem Maschsee und Maschteich nebst Maschpark ein riesiges Naherholungsgebiet, das vor allem für die Bewohner der südlichen Stadtteile binnen Minuten zu Fuß zu erreichen ist.
Das Pendent für die Bewohner der nördlichen Stadteile stellen die Herrenhäuser Gärten dar, die weit mehr sind, als der unter Touristen bekannte barocke "Große Garten". Wer noch nie im Hochsommer im Georgengarten gepicknickt hat, der hat Hannover nie von seiner persönlichsten und internationalsten Seite kennengelernt.

Aber wenn wir ehrlich sind, die Frage, welche Stadt denn nun die größte Gründfläche ist, hat vor allem einen  großen Unterhaltungswert. In den Diskussionen auf Wikipedia wird derart gefühlvoll gestritten, dass die Frage selbst in den Hintergrund tritt und der Lokalpatriotismus der verschiedenen Großstädte Bahn bricht.

Unsere Eilenriede ist eine "zusammenhängende" Waldfläche. Ob das jetzt aber ein wesentliches Kriterium für den Grüngehalt der Stadt ist, möge jeder bitte selbst entscheiden.



Die rote Stadt

Hannover ist traditionell eine Hochburg der "Roten".

Damit sind nicht nur die Spieler des Hannoverschen Sportvereins von 1896 - also Hannover 96 - gemeint, auf die wir immer mal wieder mal sehr stolz sind. Auch sind damit nicht die Hannover Scorpions gemeint, die eigentlich aus der Wedemark nördlich von Hannover kommen (s.u.), und deren Fans man (fast) immer an schwarz-(weiß)-roter Kleidung erkennen kann.

Hannover ist tradtionell sozialdemokratisch. Besonders deutlich wird dieses in der Person Herbert Schmalstiegs. Der Sozialdemorat trat 1972 sein Amt als damals jüngster deutscher Oberbürgermeister an. Und nach knapp 35 Jahren gab er die inzwischen hauptamtlich gewordene Aufgabe an Stephan Weil, ebenfalls einem Sozialdemokraten ab.
Insgesamt ist Hannover seit 1946 durchgängig von einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister regiert worden und auch der Präsident der 2001 gegründeten Region Hannover (ehemaliger Großraum Hannover plus Stadt Hannover) ist seit Gründung durchgängig sozialdemokratisch gewesen.
Gerade letzteres ist etwas überraschend, denn immer, wenn man sich nach den Wahlen die Ergebnisse auf der Karte ansieht, scheint Hannover schwarz eingekreist zu sein. Aber gerade dieses zeigt aber, wie stark das Gewicht der Sozialdemokraten in der Stadt ist.




Die Hannoveraner

- Text und Foto folgt -



Hannoversch

Wie heißt es eigentlich richtig? Hannoversch oder hannoveranisch? Die Diskussion zu diesem Thema in Wikipedia ist lang. Vergleichen wir es doch einfach mit "bayrisch" und "bayerisch" oder "kölsch" und "kölnisch" und "kölnerisch". Die Diskussion ist müßig. Entscheidend ist, was die Menschen einer Region schon immer gesagt haben.

Wir haben die Hannoversche Allgemeine Zeitung(http://www.haz.de, die Nordhannoverschen Cementwerke, die hannoversche Moorgeest (http://de.wikipedia.org/wiki/Hannoversche_Moorgeest), die ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG (http://www.uestra.de/), die Hannoversche Volksbank (http://www.hanvb.de/), die Hannoversche Leben (http://www.hannoversche-leben.de/), die Hannoversche Maschinenbau AG (http://de.wikipedia.org/wiki/Hanomag), usw.

Und zu guter letzt: Wer in Hannover geboren und aufgewachsen ist, dem rollen sich beinahe die Zehennägel hoch, wenn ein Zugereister vom hannoveraner Rathaus spricht. Es ist unser hannoversches Rathhaus, das hannoversche Bier, die hannoversche Rote Punkt Aktion, die hannoversche Innenstadt, der hannoversche Rote Faden...



Hochdeutsch - und wer hat eigentlich behauptet, wir sprächen perfektes Hochdeutsch?

Natürlich ist es eine Ehre, wenn einem als einzige Bevölkerungsgruppe Perfektion unterstellt wird. Aber wie kommt es, dass ich als Hannoveranerin bei einer Bootsfahrt auf dem Wörthersee einer Familie zuhöre und direkt vermute, dass es sich um Hannoveraner handelt. Sauberes Deutsch sprechen viele, was ist also so bemerkenswert? Der Umstand, dass der Sohn ganz arglos fragt, ob man auf einem See oder dem Kanal führe, kann es nicht allein gewesen sein...

Die Hannoveraner sprechen durchaus einen Dialekt.
 Denn als Stadt des Calenberger Landes (wir haben sogar noch den Stadtteil Calenberger Neustadt) ist das Hannöversch (jawohl, wir sind hannoversche Kinder, aber wir sprechen Hannöversch) eine Art des Calenberger Platt. Wobei das ausgewachsene Calenberger Platt mitunter so heftig ist, dass man auch als hannoversches Kind nicht alles versteht.
Beim Durchschnittshannoveraner jedenfalls ist der Einschlag ziemlich deutlich.  

Der Radiosender ffn hat vor Jahren eine Comedy ins Leben gerufen - "Siggi und Raaner". Wie man klar liest, handelt es sich dabei um Siegfried und Reiner. Der Hannoveraner spricht nämlich mit schöner Regelmäßigkeit die Silbe "ei" als "aa" aus.

Natürlich werden so überflüssige Dinge wie Endungen abgekürzt, so dass es sich nur noch um "Endungn" handelt. Man brauch einfach nich alles! Un schon gaanich alle Sil-m.

Außerdem wachsen in Hannover keine Erdbeeren. Das liegt daran, dass wir mit schöner Regelmäßigkeit den Buchstaben "r" durch "ch" austauschen. Aber es ist kein einfaches, weiches "ch" wie in Hamburg (Hammbuach, klar?!), sondern ein hartes wie in Lachen. Wenn wir also Erdbeeren planzen, dann pflanzen wir Ächtbe-aan.

Wie grad zu lesen war, wird das "r" mit ebenso schöner Regelmäßigkeit aber auch zum "a". In Hamburg wird das "ch" ja schon für das "g" gebraucht und ist dann ja sogar weich gesprochen, also wird Hamburg zu Hambuach. Außerdem klänge das ja doof. Nein, nein, gut klingen muss es schon!

Allerdings haben wir auch keine Probleme, überall im nordeutschen Raum zu wildern. Was gefällt, wird abgeguckt bzw. abgehört. Und so wundert sich in Hannover keiner, wenn man abends "Moin" sagt.
Mal sehen, was mir demnächst noch dazu einfällt...
Was aber bemerkenswert ist: Anleihen finden nur norddeutsch statt. Man wird keinen Hannoveraner finden, der irgendetwas aus Bayern mitbrächte. Berlin - klar. Aber Bayern - nie! ;-)


Ganz "alte" Hannoveraner s-tolpern über den s-pitzen S-tein. Paradebeispiel dafür ist Herbert Schmalstieg, der gefühlte 100 Jahre (tatsächlich aber "nur" runde 43 Jahre) Oberbürgermeister von Hannover war. Wenn man wissen will, wie ausgeprägtes Hannöversch klingt, sollte bei Youtube nach Herbert Schmalstieg suchen.

Ein netter "Beweis" für unsere sprachliche Identität ist das Denkmal des Ernst August von Hannover vor dem Hauptbahnhof. Als Kinder witzelten wir über den "Niedersächsischen Genitiv", den die Aufschrift auf dem Sockel versinnbildlicht.


Beispielfrage:

"Wessen Auto ist das?"

Hochdeutsche, korrekte Antwort: "Das ist Jans Auto."

Niedersächsischer Genitiv: "Das ist dem Jan sein Auto."

Das ist nicht vorstellbar? Hier ist der Fotobeweis:
Ernst August König von Hannover
Dem Landesvater sein treues Volk

Natürlich ist es klar, dass das Denkmal dem Landesvater gewidmet ist und sein treues Volk es ihm gewidmet hat. Aber der Gedanke ist doch niedlich.
Die Quelle weiß ich nicht mehr, aber der niedersächsische Genitiv ist ein geflügeltes Wort...

Wer noch weitere Hinweise zu diesem Kapital hat, mag mich gerne anmailen. Die Emailadresse geht aus dem Impressum hervor.




Der Kessel Gold am Ende des Regenbogens

Im Reich der Märchen und Legenden heißt es oft, am Ende des Regenbogens befände sich ein Kessel mit Gold.

Hier nun ist der endgültige Beweis:

Der Kessel mit Gold befindet sich im Keller der
Norddeutschen Landesbank in Hannover!

Genauer gesagt, unter dem Fuße der Laterne, an dem 2005 der Regenbogen endete. Das Schild "Kessel -> " haben die Zwerge klammheimlich gegen "Messe ->" ausgetauscht.
Regenbogen


"Kunst im Straßenraum" oder "Ist das bei Euch etwa nicht so?"

In Hannover findet man überall in der Stadt reichlich Kunstobjekte und Kunstprojekte, was gemeinhin als Kunst im Straßenraum bezeichnet wird. Und mit Befremden stellen Besucher fest, dass sich ein Hannoveraner über nichts mit mehr Begeisterung aufregt, als darüber, was denn diese oder jene Installation nun wieder soll.  Aber wenn dann ein Besucher sagt: "Freut Euch doch, dass Ihr überhaupt so viel Kunst habt!" erntet er genauso viel Befremden: "Wieso, ist das bei Euch etwa nicht so?"

Beispielsweise ist hier ein schönes Kuriosum: Ein Kronleuchter über der Straße! Wer ihn suchen möchte: er befindet sich vor dem Künstlerhaus in der Sofienstraße.

Kronleuchter vor dem Künstlerhaus Der Kronleuchter über der Straße


Neuestes Objekt ist der übrigens der "Aegidienwald" auf dem Aegidientorplatz - bezahlt unter anderen von Nord/LB und Sparkasse Hannover. Wie sich dieser jedoch auf die CO2-Bilanz auswirkt, wurde noch nicht hinterfragt... ;-)

- Text und Fotos folgen -


Der musikalische Kanaldeckel

Im Vorfeld der Weltausstellung Expo 2000 wurden jede Menge Kunstobjekte in ganz Hannover verteilt. Neben dem Kronleuchter über der Sofienstraße vor dem Künstlerhaus ist das wohl ungewöhnlichste Objekt der musikalische Kanaldeckel. Dem Vernehmen nach stammte die Anregung von Mike Gehrke, dem mittlerweile verstorbenenen Gründer des Jazzclub Hannover.

Der Kanaldeckel befindet sich auf dem Ernst-August-Platz. Wer ihn suchen möchte: Von der Hausecke der Apotheke aus geht man in Richtung auf das Reiterstandbild des ersten Königs Ernst August von Hannover zu (ja, das Pferd mit dem Schwanz, unter dem man sich trifft, wenn man mit mehreren Leuten mit dem Zug wegfahren will).  Etwa 5 bis 10 Meter, bevor man die Straßenbahnschienen betritt (also vielleicht 15 m von der Hausecke entfernt), dürfte man etwa von rechts unter sich Musik hören.  Dieser Musik geht man nach.

Sprachlos grinsend steht man dann vor einem völlig normalen Kanaldeckel, der wohl zum Regenwasserkanal gehört (wer es besser weiß, bitte bei mir melden!). Darin wird immer Musik gespielt. Es handelt sich dabei um einen Stream, mit dem der Lautsprecher darin angesteuert wird. Anfänglich soll es wohl Musik hannoverscher Bands gewesen sein. Inzwischen ist das Expojahr 2000 lange vorüber und auch der Deckel hat sich wohl geändert. Angeblich (Hörensagen!) soll der Stream inzwischen über das Internet erreichbar sein, so daß die Musik von den Internetusern gesteuert werden können soll. Die Musikrichtungen wechseln von Klassik über Pop über... alles Mögliche.

kurzes Update:

Inzwischen hat es sich geklärt, wie die Musik in den Deckel kommt ;-). Aus dem Hörensagen, dass man wohl über das Internet auf das Musikprogramm zugreifen können solle, wurde Gewißheit. Man kann!

Der Geschäftsführer des Pavillon hat sich anläßlich der HAZ-Adventsaktion als DJ Gullyman geoutet. Und er hat auch eine Homepage. Die dort gezeigten Fotos entsprechen absolut der Realität. Von Kleinkindern, die geradezu in den Deckel krabbeln wollen bis hin zu jauchzenden, jungen Japanerinnen ist dort alles zu finden.  Und damit ist der Kanaldeckel auch für Hannoveraner, die ihn schon lange kennen, immer wieder ein Schmunzeln auslösendes Highlight.

Wer die liebenswerten, augenzwinkernden Besonderheiten von Hannover kennenlernen möchte, sollte sich den Kanaldeckel nicht entgehen lassen.

Musikalischer Kanaldeckel am Ernst-August-Platz Hannover und hier findet man den Kanaldeckel:

Fundort des Kanaldeckels



Die doppelten Eishockeyclubs - oder "Hannover ist Indianerland!"

Seit Jahrzehnten gibt es in Hannover-Kleefeld das Eisstadion am Pferdeturm mit dem ECH - Eislauf-Club Hannover.
Und es gab die Wedemärker mit dem ESC - Wedemark.

Das Eisstadion am Pferdeturm ist recht klein, zugig und offen, aber noch immer wird es geliebt und als Hannoveraner ist "man" natürlich ECH-Fan.
Das Eishaus im Ortsteil Mellendorf ist vor allem im Landkreis bekannt und beliebt.

Genau da liegt das Problem: Stadt Hannover und Landkreis Hannover! Die Gründung der Region Hannover ist schon lange vollzogen, aber tief in den Herzen gibt es immer noch irgendwo eine kleine Ecke, die zwischen Stadt Hannover und Landkreis Hannover unterscheidet. Und so wird man als Hannoveraner unter Hannoveranern als bekennender Scorpionsfan regelmäßig mit "Hannover ist Indianerland!" aufgezogen. Und da wir Hannoveraner offenbar nichts lieber tun, als uns über eigentlich erfreuliche Dinge mit großer Leidenschaft auseinanderzusetzen (siehe Kunst im Straßenraum), läßt sich das unter liebenswerter Gemeinsamkeit verbuchen.

1996 zwang eine finanzielle Misere den EC Hannover (heute: EC Hannover Indians) dazu, seine DEL-Lizenz aufzugeben. Die Wedemark Scorpions griffen natürlich zu.  Nach der Weltausstellung zogen die Scorpions dann nach Hannover um. Sie vertreten unsere Stadt sehr erfolgreich als Hannover Scorpions in der Deutschen Eishockeyliga DEL.

Und so kommt es, dass es an manchen Tagen zur gleichen Zeit zwei Eishockeyspiele in Hannover gibt - mit insgesamt mehr als 10.000 Zuschauern! Dabei holten die Scorpions den Titel des Deutschen Meisters nach Hannover - und die Hannover Indians sind seit 2009 wieder in der 2. Bundesliga unterwegs.

Hier sind die Links zu den Clubs und deren Erfolgsgeschichten:
Hannover Indians - Hannover Indians in Wikipedia
Deutscher Meister 2010 Hannover Scorpions - Hannover Scorpions in Wikipedia

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